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Linux ist cool

TuxMeine ersten Computer-Erfahrungen machte ich an einem Apple Macintosh. Da mir ein Computer gut gefiel, bekam ich kurz danach meinen eigenen Computer von meinem Papa, einen Celeron 466 auf dem SuSE-Linux 7.0 installiert war.

Ich lernte, dass man bei einem Computer aufpassen muss, damit niemand über das Internet einbricht und daher einige Dinge sehr wichtig sind. Ich musste mir einen geheimen Satz ausdenken,  aus dessen ersten Buchstaben ein Passwort gebildet wurde. Auch erfuhr ich, dass man dem Computer mitteilen muss, ob man etwas an den Haupteinstellungen ändert oder ihn nur „normal“ benutzen will und dass man dafür zwei verschiedene Zugangsnamen und unterschiedliche Passwörter verwendet. Mein Papa sagte mir, dass ich mich als „root“ nur mit ihm anmelden darf und dann mit ihm gemeinsam Dinge ändern darf, wenn ich will, dass der Computer lange funktioniert, aber ich mit meinem „normalen“ Zugangsnamen alles ausprobieren darf, das mir gefällt. Er sagte mir, ich brauche keine Angst haben, dass ich etwas kaputt mache und ich habe sehr viel probiert und der Computer hat immer gut funktioniert.

Linux User #310078 Das erste Programm, das ich startete, war der Linux-Port Snake von den FreeBSD Games. Ich schaffte es bald alleine den Computer hochzufahren, über Strg-Alt-F1 auf eine Konsole (Terminal, Kommandozeile) zu wechseln und mich für Snake anzumelden. Zum Herunterfahren durfte ich dann die Maus verwenden, nachdem ich zum KDE-Login über Strg-Alt-F7 wechselte. Es war gar nicht so leicht die Maus richtig zu bewegen und mir gefiel anfangs die Tastatur viel besser. Mein nächstes Spiel war dann Worm von den  FreeBSD Games.

 


Everaldo Kids HomeIrgendwann wurde mir das zu langweilig und ich lernte KDE 2 mit den Symbolden von Everaldo Kids kennen. Von den Spielen gefiel mir nun Circus Linux und Frozen Bubble sehr gut. Als ich dann Tuxracer (PlanetPenguin Racer) kennenlernte, gefiel mir die 3D-Animation besonders gut, doch der Rechner und die Grafikkarte waren dafür etwas zu langsam, sodass ich einen Celeron 800 erhielt, auf dem auch ein neueres SuSE-Linux, nämlich 8.0 installiert war. Mittlerweile hatte ich auch erkannt, dass man mit einem Computer viel mehr machen kann als spielen. Spielen gefiel mir aber am besten und KLines wurde ein neues Lieblingsspiel von mir.

EMailNachdem ich auf die Gefahren des Internets hingewiesen wurde und ich mir zur drastischen Verdeutlichung unter Anleitung mit KMail selber ein Email schrieb, dass den Absender meiner Lehrerin enthielt und als Inhalt hatte, dass am nächsten Tag die Schule ausfällt, war ich sehr beeindruckt. Später war dies der Anlass, dass ich eine einfache Erklärung schrieb, wie man Email elektronisch signieren bzw. verschlüsseln kann und meinen GPG-Schlüssel veröffentlichte.

openoffice.orgUse OpenOffice.orgAls ich in der Schule meine ersten Referate machen musste, hat mich OpenOffice sehr interessiert, im besonderen OpenOffice.org Writer, OpenOffice.org Draw mit der Fontwork Gallery und OpenOffice.org Impress. So ganz nebenbei lernte ich, dass man am Computer viele Dinge auf 2 Arten erreichen kann, nämlich über einen Befehl in einer Konsole und mit der Maus. Mir wurde schnell klar, dass man nichts mehr findet, wenn man sich nicht gut überlegt, wo man etwas ablegt und so lernte ich bash-Befehle „ls“, „cd“ und „mkdir“ kennen. Mit der automatischen Ergänzung des Namens über die Tab-Taste war ich viel schneller, wenn ich mir ungefähr den Namen gemerkt hatte, wo sich etwas befand. Der Unterschied zwischen relativen und absoluten Pfaden war für mich anfangs aber nicht so leicht zu begreifen.

Linux PinguinFür meine ersten Referate zeigte mir mein Papa wie man aus Fotos mit einem Kipi-Plugin eine kleine Diashow erstellt. Dazu mussten die Bilder aber zuerst auf eine einheitlich Größe betrachtet werden und so lernte ich Gimp und ImageMagick kennen. Mit Audacity habe ich den Ton ein- und ausgeblendet. Natürlich habe ich mir nicht alles gleich gemerkt, nachdem es mir gezeigt wurde. Es war einfach toll zu sehen, dass es am Computer für viele Dinge eine Lösung gibt und man unter Linux sich einfach und legal die Programme mit smart direkt aus dem Internet installieren kann, wenn man irgend etwas braucht, das man nicht hat.

Find Icon Everaldo KidsZu dieser Zeit wurde mir auch bewusst, dass es sehr wichtig ist, dass man gut mit einer Suchmaschine umgehen kann und, dass Internet viel mehr ist als ein Webbrowser. Wenn man etwas sucht, dann kann man auch im Usenet sehr viel finden. Ich lernte, dass Schlüsselworte ganz wichtig sind um etwas im Internet zu finden und natürlich fand ich anfangs nie das, was ich genau suchte und mein Papa sofort.

Als das Motherboard meines Celeron 800 defekt wurde, bekam ich einen neuen Rechner mit einem Celeron 1000 und SuSE 10.0, den ich dann unter Anleitung selber installierte und konfigurierte. Ich fand das bis auf 2 Dinge gar nicht so schwer. Die eine Sache war die Partitionierung der Festplatte und die andere die Konfiguration des Netzwerkes mit IP-Adressen.

Debian LogoDer Computer funktionierte sehr stabil, aber manche Multimediapakete ließen sich nicht installieren, sodass ich mich entschied, Debian Sarge zu probieren. Dazu bekam ich eine alte 10GB Festplatte, die ich in meinen Computer unter Anleitung einbaute. Viele meinen, dass Debian schwerer zu installieren ist. Ich fand das gar nicht. Das Partionieren ist etwas umständlicher als bei SuSE, aber schwierig ist es nicht. So hatte ich nun ein Multi-Boot-System mit Debian und SuSE, das ich bis heute verwende.

Ich musste mich nun entscheiden, was mein Hauptsystem sein soll und ich entschied mich für Debian, weil sich dort Project X zum Schneiden von Videos problemlos mit smart installieren ließ, während man damals unter SuSE einige Anstrengungen unternehmen musste, bis alles lief und auch keine automatischen Updates möglich waren. So trat SuSE in den Hintergrund und ich verwendete lange Zeit Debian Etch  („unstable“), das aber trotz des Namens sehr stabil war.

OpenSUSESeit OpenSUSE 10.3 verwende ich nicht mehr so oft Debian, mittlerweile „Lenny“. Der Wechsel erfolgt immer dann, wenn für mich gerade wichtige Pakete mit einer Distribution nicht funktionieren bzw. ich etwas sofort brauche, dass mit der anderen Distribution nicht funktioniert. Auch bei meinen einfachen bash-scripts mekrte ich, dass Versionsunterschiede von Programmen bei den Distributionen dazu beitragen können, dass etwas mit der einen Distribution funktioniert und mit der anderen nicht.

KDE Logo OxygenDa ein Celeron 1300 nicht mehr gebraucht wurde, habe ich dort versucht OpenSUSE 11.0 zu installieren, das aber mit KDE 4 noch sehr experimentell ist und auch mit KDE 3.5 musste ich mich unter 11.0 ärgern, bevor alle Updates durchgeführt waren, sodass ich mich entschloss in der nächsten Zeit OpenSUSE 10.3 zu verwenden, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht hatte. Mein Rechner ist zwar nicht der neuerste, aber er läuft sehr stabil und erledigt für mich die meisten Dinge schnell genug. Für Bildbearbeitung könnte er schneller sein, aber ich bin damit zufrieden. Es gibt unter Linux noch sehr viele zu entdecken. Da mich aber auch viele andere Dinge interessieren, schaue ich mir neue Dinge immer erst dann an, wenn ich sie konkret brauche.